Wie alt werden Hunde?

Das Zusammenleben mit einem Hund bedeutet Spaß, Liebe und Freundschaft, aber auch Respekt und viel Verantwortung. Wenn dein treuester Begleiter als „Lebensabschnitts-Gefährte“ bei dir zuhause einzieht, wünscht du dir sicher, dass das neue Familienmitglied möglichst lange bei dir bleibt und so alt wie möglich wird.

Aber: Wie alt werden Hunde eigentlich? Diese Frage nach der Lebenserwartung von Hunden lässt sich nicht pauschal beantworten, wobei die Tiermedizin im Durchschnitt von ca. 10 – 15 Jahren ausgeht. Wie alt ein Hund wird, hängt unter anderem von zahlreichen äußeren und genetischen Voraussetzungen ab. Welche Faktoren das sind und was du aktiv für ein langes, gesundes Leben deines Vierbeiners tun kannst, erfährts du in diesem Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

Zusammenhang Hunderasse und Lebensalter des Hundes

Zwischen den jeweiligen Rassen gibt es immense Altersunterschiede. Während eine Deutsche Dogge das zehnte Lebensjahr nur selten erreicht, gibt es Chihuahuas, die bis zu 18 Jahre alt werden. Im Ausnahmefall findet man bei kleineren Rassen auch Hunde, die sogar ein verblüffendes Alter von 20 Jahren und mehr haben.

Während beim Menschen Frauen durchschnittlich rund fünf Jahre länger leben als Männer, spielt das Geschlecht beim zu erwartenden Hundealter keine Rolle. Hündinnen weisen dieselbe Lebenserwartung auf wie Rüden. Du hast sicher auch schon einmal gehört, dass Mischlinge robuster seien als ein Rassehund vom Züchter und deswegen länger leben. Pauschal ist aber auch diese Theorie nicht richtig. Je nach Individualität des Mischlings, nach Gesundheitszustand der Eltern und Rassenmix kann die Lebenserwartung des Hundes ganz unterschiedlich sein.

Warum werden kleine Hunde älter?

Erhöhter Zellstress im Welpenalter hat Einfluss auf das Hundealter. Du fragst dich, warum das so ist? Die Erklärung ist gar nicht so kompliziert: Kleine Hunde leben häufig länger als große Artgenossen, da sie im Welpenalter langsam wachsen. Welpen großer Hunderassen wachsen im Vergleich dazu sehr schnell und legen innerhalb kürzester Zeit viel an Gewicht zu. Ihr Stoffwechsel arbeitet dabei maximal, quasi auf Hochtouren. Dabei entstehen freie Radikale, die oxidativen Stress begünstigen. Freie Radikale sind aggressive, oxidative Moleküle, die in erhöhter Konzentration zur Schädigung des Organismus führen. Der Zellstress von Welpen verschiedener Rassen und Größen wurde im Jahr 2017 von zwei US-Forschern an der Colgate University untersucht. Die Forscher vermuteten auch, dass die Körperzellen massiger Tiere bereits in den ersten Lebensmonaten nachhaltig geschädigt werden. Mit Folgen, denn diese Vierbeiner altern bedeutend schneller.

Die Rolle der Gene beim Hundealter

Auch die Erbanlagen eines Hundes spielen eine Rolle, wenn es darum geht, welches Alter ein Hund erreicht. Das genetische Material erbt der Hund durch seine Eltern, es kann nicht verändert werden. Seriöse Züchter bzw. Zuchtverbände achten stets auf die genetische Reinheit der Elterntiere. Manch ein Hund ist durch seine genetische Veranlagung eventuell für diverse Erbkrankheiten anfälliger als ein anderer. Dadurch wird ebenfalls das Hundealter beeinflusst. Auch bei gesunden Elterntieren kann es immer dazu kommen, dass bei einem Hund ein genetischer „Fehler“ auftritt. Aber: Nicht jede genetische Mutation ist negativ und hat einen Einfluss darauf, wie alt ein Hund wird. Eine Garantie dafür, dass ein Zuchthund älter wird als ein Mischlingshund aus dem Tierheim, kann dir niemand geben.

Die richtige Ernährung für ein langes Hundeleben

Damit dein Hund ein langes Leben führen kann, ist gesunde, bedarfsgerechte Ernährung sehr wichtig. Du solltest viel Wert auf die Hochwertigkeit des Hundefutters legen, sie spielt eine wichtige Rolle für ein starkes Immunsystems, die Vitalität deines Vierbeiners und somit auch für seine Lebenserwartung. Damit dein Hund bis ins hohe Alter fit bleibt, sollte seine Ernährung ausgewogen sein. Bedarfsgerechtes Hundefutter besteht aus wichtigen Nährstoffen wie hochwertigen Proteinen und Kohlenhydraten, wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Bei der Fütterung deines Hundes ist es wichtig, immer die Futtermenge im Blick zu haben, da Dicksein ein Gesundheitsrisiko für einen Hund darstellt und sein Leben um mehrere Jahre verkürzen kann. Übergewicht belastet den Organismus des Vierbeiners und kann zu Arthrose oder Diabetes, aber auch Bandscheibenvorfälle oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Wenn dein Hund schon an Übergewicht leidet, solltest du in Absprache mit dem Haustierarzt die Futtermenge reduzieren oder das Futter generell umstellen.

Für ein hohes Hundealter wichtig: Der regelmäßige Besuch beim Tierarzt

Auch, wenn dein Hund schlank und aktiv ist und scheinbar keine gesundheitlichen Probleme hat: Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Tierarzt schützt auf lange Sicht die Gesundheit deines treuen Begleiters und verhindert, dass Krankheiten unentdeckt bleiben und er frühzeitig stirbt. Wenn du weißt, dass dein Hund für eine bestimmte Krankheit anfällig ist, gehe regelmäßig mit ihm zu deinem Tierarzt, um präventive Maßnahmen durchzuführen. Ärztliche Vorsorgeuntersuchungen wie Impfungen und Wurmkuren schützen vor Infektionen. Eine umfassende, medizinische Versorgung hilft deiner Fellnase dabei, ein hohes Lebensalter zu erreichen.

Ausreichende Bewegung kann ein Hundeleben verlängern

Hunde sind von Natur aus sehr agil und haben viel Bewegungsdrang. Dein Begleiter sollte daher immer ausreichend körperliche Beschäftigung mit viel Auslauf haben, damit er gesund bleibt und ein hohes Hundealter erreicht. Je nach Hunderasse, -alter und -größe haben Hunde einen unterschiedlichen Bewegungsbedarf. Ausgiebige Spaziergänge sollten dennoch für jeden Hund selbstverständlich sein, damit auch im Alter sein Bewegungsapparat ohne Einschränkungen funktioniert. Die körperliche Auslastung eines Hundes ist nicht nur wichtig für seine Muskeln, Sehnen und Knochen, sondern schützt auch Herz und Kreislauf. Krank machende Ablagerungen in den Gefäßen werden minimiert, der Hund ist fitter und ausgeglichener. Selbst die kleinsten Hunderassen sollten mindestens 2-3 Stunden am Tag die Möglichkeit haben, die Welt zu erkunden, ausgiebig zu laufen, zu rennen und zu spielen. Regelmäßiges Gassigehen wir deshalb demnächst wohl sogar per Gesetz festgelegt: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will Hunden ausreichend Auslauf und Betreuung per Verordnung garantieren. Hundehalter werden hierin verpflichtet, ihrem Tier mindestens zweimal täglich für insgesamt mindestens eine Stunde Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers zu geben. Wer einen sehr aktiven Hund hat, für den bietet sich eventuell ein Hundesport wie Agilty oder ein gemeinsamer Sport wie Joggen mit Hund an. Das macht Mensch und Tier Spaß und fördert ihre Bindung.

Fazit: Wie alt dein Hund wird, kannst du mit beeinflussen?

Wie du siehst, hast du einiges selbst in der Hand, damit dein Hund ein hohes Lebensalter erreicht. Jeder Hundebesitzer wünscht sich, dass die eigene Fellnase ein langes und erfülltes Leben führt. Geh‘ mit ihm regelmäßig zum Tierarzt, achte auf eine ausgewogene Ernährung und verschaff‘ ihm genug Bewegung. So stehen die Chancen gut, dass dein Hund dich eine ganze Zeit lang auf deinem Lebensweg begleitet. Neben den genetischen Voraussetzungen kannst du den Lebensraum deines Vierbeiners positiv gestalten, sodass sein Leben aktiv, gesund und glücklich verläuft. Denn auch das sollte man im Blick behalten – nicht immer ist die Anzahl der Jahre wichtig, die man mit seinem vierbeinigen Freund verbringt, sondern wie intensiv wir diese Jahre gestalten. Statistiken darüber, wie alt Hunde werden, sind schön und gut. Wie glücklich und zufrieden dein Hund bei dir ist, ist aber eine ganz andere Sache. Wie bei so vielen Dingen gilt auch hier: nicht allein die Quantität der (Hunde-)Jahre zählt, sondern vor allem die Qualität.