Wann ist ein Hund ausgewachsen?

Ab der 10. bis 12. Lebenswoche ziehen die meisten jungen Hunde bei ihrer neuen Familie ein. Nun hast du einen kleinen, aktiven und neugierigen Welpen, der in den folgenden Wochen und Monaten rasant wächst und jeden Tag etwas Neues lernt. Fragst du dich deshalb auch manchmal: Was wird aus diesem Hundekind? Wann ist mein Hund eigentlich ausgewachsen? Wie beim Menschen auch, lässt sich das so ganz pauschal nicht sagen, es gibt aber bestimmte Anhaltspunkte dafür, in welchem Stadium des Wachstums sich dein Vierbeiner befindet. Die Entwicklungsschritte deines Hundes kannst du an seinem Verhalten erkennen, aber natürlich ebenso an der Größen- und Gewichtsentwicklung. Je nach Rasse und Größe des Welpen verläuft das Wachstum in unterschiedlich langen Phasen. Während kleine Hunderassen schon nach acht Monaten ausgewachsen sind, kann es bei sehr großen Rassen bis zu zwei Jahren dauern. Trotz aller Unterschiede bezüglich der Länge der Phasen ist die Aufeinanderfolge der Wachstumsphasen bei allen Hunden gleich.

Inhaltsverzeichnis

Die Wachstumsphasen des Hundes

Die Phasen des Wachstums sind für alle Hunderassen gleich. Nach seiner Geburt durchläuft jeder Welpe sieben Entwicklungsphasen, unabhängig von seiner Rasse, Größe etc.

Die Woche 1 und 2 wird als Neonatale Phase bezeichnet. Der Geruchsinn des Hundes ist von Beginn an schon gut entwickelt, Augen und äußere Gehörgänge sind jetzt noch verschlossen. Der Welpe verbringt fast den ganzen Tag mit Schlafen und Trinken der Muttermilch. Da der kleine Hund seine eigene Körpertemperatur noch nicht selbst anpassen kann, muss er immer warmgehalten werden. Die Woche 3 ist die Übergangsphase. Augen und Gehör sind nun auf, dein Welpe kann sehen und hören. Er fängt an, seine Umgebung und Geschwister wahrzunehmen, zeigt zunehmenden Bewegungsdrang und beginnt zu zahnen.

In der 4. bis 7. Woche, der Prägungsphase, wächst die Neugier des Welpen von Tag zu Tag, er befasst sich immer mehr mit seiner Umgebung, das zukünftige Temperament zeigt sich schon ansatzweise. In dieser Phase dürfen Welpen nicht allein gelassen werden.

Die Wochen 8 bis 12 sind die Sozialisierungsphase, in der sich das zukünftige Sozialverhalten deines Hundes prägt. Der Welpe entwickelt Selbstbewusstsein, bewältigt Unbekanntes und lernt seine Umgebung genauer kennen. Dabei sollte der kleine Hund nicht überfordert werden.

In der Rang- und Rudelordnungsphase zwischen dem 3. und 6. Monat muss sich dein Vierbeiner nun in eurem „Rudel“ einfinden. Durch klare und verständliche Regeln kann dein Hund eine Rangordnung erkennen, akzeptieren und seinen Platz darin finden. 

Monat 7 bis 12: Die Pubertätsphase. Auch Hunde kommen in die Pubertät und testen Ihre Grenzen aus – und deine. Hündinnen werden in dieser „Trotzphase“ zum ersten Mal läufig, Rüden haben den Drang, sich fortzupflanzen. In dieser Phase ist deine Geduld gefragt, du solltest fürsorglich, aber auch konsequent sein.

Die Monate 12 bis 30 nennen sich die Reifephase. Diese letzte Phaseist der Übergang vom Welpen zum erwachsenen Hund. Das Wachstum ist nun abgeschlossen – was aber nicht heißt, dass dein Hund nicht weiter körperlich und geistig gefördert und gefordert werden will. Wie der Mensch auch, lernt dein Hund nie aus. 

Wie schnell wächst mein Hund?

Du bist sicherlich immer wieder erstaunt, wie schnell sich dein Hund verändert und in welch rasend schnellem Tempo er wächst. Denn Hunde vervielfachen innerhalb eines kurzen Zeitraumes ihr Gewicht und ihre Größe. Eine Dogge beispielsweise hat ihr Geburtsgewicht im Alter von einem Jahr verhundertfacht, bei kleineren Hunden ist der Unterschied zwischen Geburts- und Erwachsenengewicht nicht so groß, ein Dackel wiegt im Erwachsenenalter nur ca. 25 Mal so viel wie bei seiner Geburt. Der Grund für die unterschiedliche Wachstumsgeschwindigkeit von Hunden ist, dass kleinere Hunderassen ein deutlich niedrigeres Endgewicht erlangen als große Hunde. Auch die Wachstumsdauer kann sich zwischen den unterschiedlichen Rassen sehr unterscheiden. Die meisten Hunde haben ihre endgültige Größe zwischen dem 7. und 12. Monat erreicht und mit etwa 18 Monaten ihr Endgewicht. Hunde großer Rassen wie Neufundländer oder Bernhardiner brauchen manchmal sogar zwischen eineinhalb und zwei Jahren, bis sie ausgewachsen sind. Anhand der Wachstumskurve eines Hundes kann man sehen, wie schnell der Vierbeiner idealerweise wächst und wie viel er an Gewicht zulegen sollte. Anhand solcher Hunde-Wachstumskurven überprüft auch der Tierarzt, ob sich dein Hund entsprechend seines Alters gesund entwickelt.

Wann ist ein Hund ausgewachsen?

Wie groß wird mein Hund?

Falls du die Eltern deines Welpen kennst, kannst du an deren Größe abschätzen, wie groß dein neues Familienmitglied letztendlich werden wird. Bei Mischlingen ist es manchmal etwas schwierig, vorauszusehen, welche Größe sie im Erwachsenalter erreicht haben werden.  Rassehunde hingegen haben festgelegte Rassestandards, die meistens auch Aussagen zur Widerristhöhe des Hundes treffen. Deshalb ist es hier einfacher, zuverlässig zu prognostizieren, welche Endgröße der Vierbeiner haben wird.

Darüber hinaus kann man im Welpenalter von etwa zwei Monaten gut schätzen, wie groß der Hund als Erwachsener sein wird. Ist ein zwei Monate alter Welpe beispielsweise 20 bis 28 Zentimeter groß, dann wird sich dieser voraussichtlich zu einem mittelgroßen Hund und ausgewachsen etwa 40 bis 48 Zentimeter messen. Ist der Welpe zu diesem Zeitpunkt kleiner, handelt es sich um einen kleinen Hundunter 40 cm. Ist er mit zwei Monaten bereits größer, kannst du damit rechnen, dass dein Hund eine Größe von über 50 Zentimetern erreicht. Beachte auch, dass Rüden in der Regel etwas größer werden als Weibchen der gleichen Rasse.

So groß werden ausgewachsene Hunde einiger beliebter Rassen:

  • Jack Russell Terrier etwa 25 bis 30 Zentimeter
  • West Highland White Terrier etwa 28 Zentimeter
  • Cavalier King Charles Spaniel etwa 30 bis 33 Zentimeter
  • Beagle etwa 33 bis 40 Zentimeter
  • American Staffordshire Terrier etwa 43 bis 46 Zentimeter bzw. 46 bis 48 Zentimeter bei Rüden
  • Labrador Retriever etwa 54 bis 56 Zentimeter bzw. 56 bis 57 Zentimeter bei Rüden
  • Berner Sennenhund etwa 58 bis 66 Zentimeter bzw. 64 bis 70 Zentimeter bei Rüden

Eine Röntgen-Untersuchung bei deinem Tierarzt kann Klarheit darüber schaffen, ob dein Hund ausgewachsen ist. Der Profi kann anhand der Wachstumsfugen erkennen, ob das Wachstumsmaximum des Tieres erreicht ist oder wie groß deine Fellnase noch ungefähr wird. Hierbei begutachtet der Arzt die Abstände der Wachstumsfugen.

Es ist übrigens nicht so – auch wenn diese Meinung weit verbreitet ist -, dass die Größe der Welpenpfoten zuverlässig Auskunft über die künftige Größe des Hundes geben kann. Ein Welpe mit großen Pfoten muss kein großer Hund werden und ein Welpe mit kleinen Pfötchen kein Winzling bleiben.

Pubertät & Co. – Die emotionale Entwicklung von Hunden

Erwachsen werden bedeutet bei Menschen wie auch Hunden nicht nur körperliche Größe, sondern auch emotionale Reife. Zum Erwachsenwerden dazu zählt also auch die psychische Entwicklung, die im Gegensatz zur körperlichen Größenentwicklung mehr Zeit in Anspruch nimmt. Daher solltest du auf alles, was die Entwicklung positiv beeinflussen kann, möglichst viel Wert legen. Die emotionale Entwicklung ist wie die körperliche Entwicklung abhängig von der Größe und Rasse des Tieres, die kleiner Rassen scheint häufig deutlich schneller abgeschlossen zu sein als von großen Hunden.

Ein wichtiger Schritt in der emotionalen Entwicklung und hin zum Erwachsenwerden deines Hundes ist die sogenannte „Flegelphase“. Du fragst dich was zwischen dem 7. und 12. Lebensmonat deines Hundes manchmal, was eigentlich aus deinem niedlichen, pflegeleichten und artigen Welpen geworden ist? Vielleicht bist du auch ein bisschen verzweifelt, weil du das Verhalten deines Hundes nicht mehr wiedererkennst? Dein „Liebling“ benimmt sich nämlich plötzlich aufsässig, widersetzt sich Befehlen seines Herrchens oder Frauchens und scheint einfach alles vergessen zu haben, was er bis jetzt gelernt hat – falls er überhaupt noch zuhört. Keine Panik, dein Hund ist schlichtweg in der Pubertät! Und die geht auch wieder vorbei. Durch Geduld, Konsequenz und häufiges Wiederholen von Übungen und Kommandos wird es deinem Vierbeiner leichter fallen, das Gelernte wieder zu verinnerlichen. Dein Hund ist jetzt geschlechtsreif. Hündinnen werden zum ersten Mal läufig, bei Rüden kannst du diesen Entwicklungsschritt erkennen, wenn er mit dem Beinchen-Heben beginnt. Je nach Veranlagung und Rasse, erwacht in dieser Lebensphase auch der Jagdtrieb.

Ein wichtiger Schritt hin zum Erwachsenwerden ist beim Hund allerdings nicht nur das Erlangen der Geschlechtsreife und damit der Zeugungsfähigkeit, sondern auch das Erlangen der emotionalen Reife. Charaktereigenschaften und die einzigartige Persönlichkeit deines Hundes zeigen sich nun deutlich, verfestigt sich und und das typische Erscheinungsbild eines Junghundes verschwindet nach und nach. Dein Hausgenosse sieht erwachsener aus und wird sich wohl auch nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen lassen. Erwachsen sind die meisten Hunde, abhängig von Größe und Rasse, ab ca. drei Jahren. Wobei auch hier gilt, dass kleinere Rassen schneller erwachsen werden und Hunde großer Rassen in der Regel deutlich mehr Zeit brauchen. Bei großen Hunderassen ist es normalerweise so, dass sie erst mit etwa 30 Monaten als erwachsen gelten. Bei sehr großen Rassen und „Spätentwicklern“ – ja, die gibt es bei Hunden auch! –  kann sich dieser Prozess sogar bis zum vierten Lebensjahr hinziehen.

Fazit: So erkennst du, dass dein Hund erwachsen ist

Wie auch beim Menschen, so ist das Groß- und Erwachsenwerden eines Hundes ein Prozess. Wenn dein jugendlicher Hund sich nicht mehr wie ein Welpe oder unvernünftiger Halbstarker verhält, ist es soweit: Er ist erwachsen geworden. Das geschieht allerdings nicht über Nacht. Somit gibt es keinen absolut festen Zeitpunkt, wann dieser Entwicklungsschritt abgeschlossen ist. Dein erwachsener Hund gibt dir das Gefühl, dass ihr Zwei zusammengehört. Ihr seid jetzt ein eingespieltes Team und kennt die Eigenschaften und „Macken“ des anderen. Generell hört dein Vierbeiner beim Training wieder auf deine Anweisungen, gerät weniger mit Artgenossen in Konflikte und entspannt sich deutlich schneller. Wenn du deinen Hund gut erzogen hast zeigt sich das jetzt durch seinen stabilen, ausgeglichenen Charakter.