Rassehund oder Mischling?

Lange bevor die Entscheidung endgültig für einen Hund gefallen ist, steht bei vielen erst einmal die Frage, was für ein Hund es denn überhaupt werden soll. Und dabei ist die erste Frage oft: Rassehund oder Mischling? Waren vor etwa zehn Jahren noch deutlich mehr Rassehunde in deutschen Haushalten, nähern sich die Mischlinge deutlich an und sind mittlerweile stark im Trend. 

Rassenhund oder Mischling?

Der Tierschutzverein Tasso e.V. hat ermittelt, dass 2020 in Deutschland über 110.000 Hunde Mischlinge angemeldet wurden – mehr als die Plätze 2 bis 10 zusammen. Vielleicht liegt es an der weitverbreiteten Annahme, Mischlinge seien gesünder als Rassehunde und würden nicht so oft an Erbkrankheiten leiden. Doch ist das so korrekt oder ist das vielleicht veraltetes Halbwissen?

Inhalt: Rassehund oder Mischling?

Was ist ein Rassehund - und was ein Mischling?

Rassehunde

Mischlingshunde

Die Definition eines Rassehundes liegt in seiner Vergangenheit, denn nur wenn der Hund ein Nachkomme einer mehrere Generationen überdauernden Hunderassen-Linie ist und keine anderen Hunderassen eingekreuzt wurden, gilt er als reinrassiger Hund. Da immer die gleichen Hunderassen untereinander gepaart werden, bleiben Charakter, Verhalten und Aussehen immer im Rahmen des schon bekannten und wir Menschen können ziemlich genau einschätzen, wie sich ein Reinrassiger Hundewelpen entwickeln wird.

Dem entgegen steht der Mischlingshund, dessen Vorfahren nicht der gleichen Rasse angehören und sich so zwei oder mehr Hunderassen “mischen”, den schließlich können auch die Vorfahren eines Mischlingshundes bereits Mischlinge sein. So entsteht eine große Vielfalt, doch jeder Mischlingswelpe ist immer auch eine Wundertüte, denn niemand kann mit Gewissheit sagen, welche Rassen im Hund stecken und wie er sich entwickeln wird. Nicht nur Aussehen, sondern auch Charakter können vollkommen unterschiedlich zu denen der Hundeeltern sein.

Werden Rassehunde öfter krank?

Es ist eine weitverbreitete Meinung, dass Rassehunde häufiger erkranken als Mischlinge und diese Überzeugung hat natürlich einen wahren Kern. Rassehunde sind vor allem in ihren Anfängen oft durch Inzucht entstanden und wie wir alle wissen, ist das beim Menschen aus gutem Grund verboten, den schwere Gendefekte können die Folge beim Nachwuchs sein. Ähnlich ist es auch bei Hunden, doch auch hier gab es in den letzten Jahrzehnten deutliche Fortschritte und Rassehunde werden nicht mehr innerhalb einer Familie gepaart und zudem auf Erbkrankheiten untersucht. Hunde mit Gendefekt oder Krankheit werden so von der Zucht ausgeschlossen, wodurch die Häufigkeit von Rasse Erkrankungen bei Hunden nachgelassen hat und es heute auch viele gesunde Rassehunde gibt.

Auch Mischlingshunde werden übrigens keineswegs von Erbkrankheiten verschont. Während bei Rassehunden das Risiko ungefähr ermittelt werden kann, lässt es sich bei Mischlingen überhaupt nicht einschätzen. Dennoch haben sie eine deutlich größere genetische Vielfalt, da durch verschiedene Hunderassen eben auch neue Gene hinzukommen. Dadurch sind sie in der Regel eben doch weniger anfällig für Erbkrankheiten und zeigen eine sogenannte Kreuzungsvitalität.

Die Vor- und Nachteile

Rassehunde

Wer einen Rassehund kauft, weiß schon recht genau was ihn erwartet, wie der Welpe aussieht wenn er ausgewachsen ist, sein Verhalten in bestimmten Situationen und er weiß ungefähr wie der Hund charakterlich drauf sein könnte. Das kann schon ein großer Vorteil sein und auch das Wissen über Rassetypische Erkrankungen kann sinnvoll sein, denn hier kann unter Umständen vorgebeugt werden. 

So ist klar, dass ein Hütehund wie ein Border Colli deutlich mehr Bewegung braucht als andere Hunderassen und potenzielle Hundehalter können sich darauf einstellen oder umentscheiden. Zum Beispiel zum sehr beliebten Labrador. Der braucht zwar auch viel Bewegung, doch nicht ganz so viel wie der Colli. Zudem weiß man, das Labradore besonders gute und kinderfreundliche Familienhunde sind.

So zeigt sich dass die Hunderasse definitiv ein starkes Auswahlkriterium sein kann, um dem zukünftigen Hundehaltern etwas mehr Sicherheit zu geben.

Mischlingshunde

Wären Rassehunde meist schauf den ersten Blick zu erkennen sind, ist es bei Mischlingen ganz anders. Mischlingshunde sind einzigartig und abgesehen von den Hunden des gleichen Wurfs wird es wohl kaum einen Hund geben der ihm gleicht. Wenn der zwang der Reinrassigkeit wegfällt, lassen sich durch das kreuzen verschiedener Rassen auch Vorteile vereinen – wofür es nur leider nie eine Garantie gibt. Ein weiterer Vorteil von Mischlingshunden ist der Anschaffungspreis, denn der kann für Rassehunde deutlich höher sein, als es für die meisten Mischlinge der Fall ist.

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Fazit

Wer einen Hund möchte, sollte sich also gut überlegen, wie der zukünftige Alltag aussehen soll, um den passenden Hund zu finden. Dabei können Rassehunde eine gute Basis sein, anhand derer entschieden werden kann – entweder für einen Rassehund oder beispielsweise einen Mischling aus zwei bevorzugten Rassen.

Das Rassehunde per se die Hunde sind, die häufiger erkranken, lässt sich nicht pauschal sagen, doch es stimmt, dass sie eher zu Erbkrankheiten neigen, als Mischlingshunde das tun. Doch mit heutigen Gentests lässt sich selbst dieses Problem eingrenzen und mögliche Erbkrankheiten können schon früh erkannt werden.

Die Frage, ob reinrassig oder Mischling, ist nicht so wichtig, wie es auf den ersten Blick erscheint. Für viele mag es auch ein Statussymbol sein, eine gewisse Hunderasse zu halten, während andere genau das Ablehnen und die Hundezucht mit ihrer Selektion kritisch sehen. Doch entscheiden ist, ob Hund und Mensch zusammenpassen und ein glückliches Leben genießen. Daher sollte niemand voreingenommen an den Hundekauf herangehen. Im Grund sind Hunde immer einzigartige Lebewesen, die unser Leben bereichern können – ganz unabhängig von der Rasse!

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