Hunde streicheln tut der Seele gut. Doch worauf muss ich dabei achten? – Dos and Don’ts …

Hunde streicheln - Worauf achten

Hunde gelten gemeinhin als „der beste Freund des Menschen“. Diese Beschreibung der Beziehung zwischen Mensch und Hund enthält eine besondere Botschaft und verbirgt sich in dem Band der Freundschaft. Ein zentrales Merkmal von Freundschaften ist das Zeigen und Teilen von Zuneigung. In der Beziehung zwischen Mensch und Hund drückt sich dies in erster Linie durch das Streicheln des Vierbeiners aus.

Hierbei gibt es jedoch einige wichtige Punkte zu beachten, denn nicht jeder Hund hat dieselben Vorlieben. Ganz so, wie es auch bei Menschen der Fall ist, hat jeder Hund seine eigene Persönlichkeit und somit auch seine persönlichen Dos and Don’ts. Im Folgenden haben wir dir ein paar grundlegende Informationen zusammengestellt, die für das richtige Hunde-Streicheln entscheidend sind.

Inhaltsverzeichnis

Hunde streicheln – warum überhaupt?

Weil Hunde-Streicheln ganz einfach glücklich macht! Denn es baut nachweislich Stress ab und kann sich unter anderem senkend auf einen zu hohen Blutdruck auswirken. So wird durch die innige Berührung mit dem Vierbeiner etwa das Kuschelhormon Oxytocin ausgeschüttet, das sich nachweislich positiv aufs Immunsystem und Wohlbefinden auswirkt.

Streicheln als Belohnung

Dabei tut das Streicheln nicht nur Seele und Körper von Hund und Halter gut. Vielmehr spielt es auch eine wichtige Rolle bei der Hundeerziehung. Wenn du deinen Vierbeiner rufst, er auf dich hört und zu dir gelaufen kommt, kann dies mit einem Streicheln belohnt werden. Hingegen solltest du eine unerwünschte Verhaltensweise deines Hundes natürlich keinesfalls mit einem Streicheln quittieren.

Hunde-Streicheln will gelernt sein

Erstmal vorneweg: Beim Hunde-Streicheln gibt es keine festgezurrten Regeln. Wichtig ist, den Vierbeiner gut zu beobachten und mit seiner Körpersprache vertraut zu werden. Hierbei gilt: Wenn ein Hund seinen Kopf zur Seite dreht, ausweicht, sich weg duckt oder wegdreht, möchte er nicht berührt werden.

Was solltest du über die Herangehensweise beim Hunde-Streicheln wissen? Natürlich ist jedes Tier anders und hat seine persönlichen Vorlieben. Doch es gibt Berührungen, die nahezu jeder Hund mag:

  • an der Körperseite entlang gestreichelt zu werden
  • für Vertraute/Freunde des Tieres: entlang der Kehle. Hier kannst du von unten nach oben bis zur Schnauze hin streicheln.
  • Falls der Hund dir seinen Bauch präsentiert, mag er hier ebenfalls gestreichelt werden.
  • Auch das Kraulen und Knuddeln rund um Brust und Schulter gefällt vielen Hunden.
  • Manche Hunde mögen es ebenfalls sehr, hinter den Ohren gekrault zu werden. Wenn der Hund sich hierbei gegen deine streichelnde Hand drückt und dir sein Wohlgefühl zeigt, möchte er weitergekrault werden.

Wo sollte man Hunde nicht streicheln?

  • Rute und Pfoten sind tendenziell empfindliche Stellen, und nicht jeder Hund mag es, hier angefasst zu werden. Ähnlich sieht es mit Umarmungen aus, die eine eher menschentypische Zuneigungsbekundung sind und die nur manche Hunde mögen!

Wann sollte ein Hund nicht gestreichelt werden?

Generell gilt zu beachten: In bestimmten Situationen solltest du einen Hund besser nicht streicheln. Etwa, wenn die Fellnase unmittelbar auf eine neue Umgebung trifft. Denn dann ist das Tier darauf konzentriert, alles ringsum erst einmal einzuordnen. Dies ist auch der Fall, wenn ein Hund auf einen anderen Hund trifft, diesen beschnüffeln oder mit ihm spielen möchte. Durch die aufmerksame Beobachtung der jeweiligen Situation wirst du schnell erkennen, in welcher Situation dein tierisches Gegenüber offen für Kuscheleinheiten ist.

Die erste Begegnung mit einem unbekannten Hund

Wer kennt das nicht: Dir läuft ein schöner oder niedlicher Hund über den Weg und du möchtest ihn am liebsten sofort streicheln? Ganz wichtig hierbei: Respekt gegenüber dem fremden Halter und Vierbeiner sind das A und O bei jeder Begegnung.

Wenn du den unbekannten Hund gerne streicheln möchtest, dann frage zunächst seinen Besitzer um Erlaubnis. Denn dieser kennt sein Tier am besten und kann entsprechend dessen Charakter, Vorlieben und Reaktion einschätzen. Je nach Hunderasse und individueller Wesensart lassen sich manche Vierbeiner gerne von freundlichen Fremden liebkosen, andere wiederum mögen dies gar nicht.

Es empfiehlt sich in jedem Fall, diesen Schritt nicht einfach zu überspringen, auch wenn dir der fremde Hund sehr freundlich erscheint! Denn sonst besteht schlimmstenfalls die Gefahr, dass manche Hunde mit aggressivem Verhalten auf unerwünschte Berührungen reagieren. Und selbst die niedlichsten Fellnasen können übel zubeißen, wenn sie sich angegriffen fühlen.

Fremde Hunde streicheln – worauf du achten musst

Wenn du die folgenden drei Schritte beachtest, werden dir Hund und Halter gleichermaßen dankbar sein – und deiner neuen (Hunde)Freundschaft steht nichts mehr im Weg!

  • Wenn du die Erlaubnis des Hundebesitzers zum Streicheln erhalten hast, dann nähere dich dem fremden Tier langsam und zugleich selbstsicher an. Ruckhafte, schnelle Bewegungen können Hunde verängstigen und verunsichern. Nehme ganz bewusst die Körpersprache des Tieres war. Wirkt der Hund plötzlich abweisend, fremdelnd oder eingeschüchtert? Dann ist es besser, wieder auf Distanz zu gehen.
  • Wenn der Hund Neugierde und Aufgeschlossenheit signalisiert, dann lasse dich zunächst beschnüffeln. Hierfür hältst du dem Vierbeiner einfach langsam deine flache Hand hin, und er kann daran riechen. Sprich dem Hund gut zu, das entspannt und beruhigt das Tier.
  • Nach wie vor wichtig: Verzichte auf zu schnelle oder grobe Bewegungen! Eigentlich selbstverständlich: Natürlich sollten Hunde nur behutsam angefasst werden. Wichtig ist auch, dass du dich dem unbekannten Hund gegenüber positionierst – denn er sollte dich bei Berührungen durchweg im Blick haben können.

Wohliges Hunde-Streicheln – Fazit

Wie man sieht: Das richtige Hunde-Streicheln will gelernt sein. Mit den hier vorgestellten Dos and Don’ts hast du das passende Rüstzeug an der Hand, um den großen und kleinen Fellnasen dieser Welt angemessen zu begegnen. Und je mehr Erfahrungen du im Umgang mit bekannten und fremden Hunden sammelst, desto öfter wirst du tolle Streichelmomente erleben!

Ein genaues Wahrnehmen, Hinschauen und Deuten der Tiersignale machen dich mit der Zeit zu einem geübten Hundekenner. Wenn du den Dreh raus hast, welcher Hund wann, wo und wie gestreichelt werden möchte, warten wunderbare Momente freundschaftlicher Begegnung und des Hunde-Streichelns auf dich. Wie bei allem gilt auch hierbei: Übung – im Lesen der Hundesprache – macht den Meister!