Hund abkühlen bei Hitze

Hohe Temperaturen machen nicht nur dir, sondern auch deinem Vierbeiner zu schaffen. Damit dein treuer Gefährte bei Hitze einen klaren Kopf behält und gesund bleibt, haben wir ein paar Tipps für dich, die jeder Hundefreund einfach und ohne großen Aufwand umsetzen kann.

hund abkuehlen bei hitze

Inhaltsverzeichnis

Zu Hause

Zu allererst gilt es, die eigenen vier Wände hitzesicher zu machen. Das Tolle ist, dass du selbst von einigen der Tricks profitieren wirst. Eine angenehm kühlen Umgebung im Hochsommer ist schließlich auch für uns Menschen von Interesse.

Richtig lüften

Um deine Wohnung nicht noch mehr aufzuheizen, als sie vielleicht eh schon ist, musst du clever lüften. Es bietet sich an, früh morgens nach dem Aufstehen und abends beziehungsweise nachts, sobald die Sonne untergegangen ist, einmal richtig durchzulüften. 

Zu diesen Tageszeiten ist die Luft draußen am kühlsten. Reiße alle Fenster auf und sorge für ordentlich Durchzug! Der dabei entstehende Luftzug erfrischt und gleichzeitig beförderst du die abgestandene warme Luft möglichst schnell ins Freie.

Lass die Sonne draußen

Direkte Sonneneinstrahlung heizt die Zimmer auf. Darum solltest du ganz besonders die Fenster zur Südseite deines Zuhauses abdunkeln. Es wäre perfekt, einfach die Rollläden runterzulassen, aber nicht jeder hat diese Möglichkeit. 

Alternativ kannst du deine Vorhänge vorziehen (Es gibt sogar spezielle Vorhänge, die richtig stark abdunkeln!) oder aber du stellst einen Sonnenschirm auf. Die letzte Methode lässt sich am besten auf einem Balkon oder einer Terrasse umsetzen.

Platzwechsel

Vielleicht ist dir schon selbst aufgefallen, dass dein Hund das Körbchen bei Hitze eher meidet und sich stattdessen lieber auf den kühleren Fußboden legt. 

Das solltest du fördern und ihm an geeigneter Stelle einen neuen Liegeplatz einrichten. Natürlich ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Kühlende Unterstützung

Beim Fachhändler gibt es kühlende Hundematten zu kaufen. Perfekt, um den neuen Ruheort für deinen Liebling einzurichten. Außerdem kannst du auch eine Wärmflasche mit sehr kaltem Wasser füllen und zum „kuscheln“ bereitstellen.

Beim Gassi gehen

Egal wie heiß es draußen ist, um das Gassi gehen kommt ihr nicht drum herum. Hier erfährst du, auf was du achten solltest:

Sonne

Meide direkte Sonneneinstrahlung und such dir eine schattige Lauf-Route. Das heißt, anstatt eine Runde über das Feld zu drehen, macht einen Spaziergang durch den Wald oder den Park. 

Ein weiterer Vorteil dieser Orte ist, dass sich der Boden nicht so aufheizt. Glühend heißer Asphalt in der Innenstadt ist nichts für empfindliche Hundepfoten!

Uhrzeit

Genau wie beim Lüften empfiehlt es sich auch hier den frühen Morgen oder den späten Abend für den Auslauf zu nutzen, denn zu dieser Zeit sind die Temperaturen am angenehmsten. 

Es ist übrigens eine falsche Annahme, dass es mittags am heißesten ist! Tatsächlich kommt es in unseren Breitengraden erst am Nachmittag zum Temperatur-Hoch. Behalte das im Hinterkopf.

Baden

Falls ihr bei eurem Spaziergang an einem See vorbeikommt, lass ihn ruhig (Wenn es erlaubt ist und es ihm Spaß macht!) im Wasser herumtollen.

Ruhe

Gönne deinem Hund mehr Ruhe als sonst. Hitze ist anstrengend und muss verarbeitet werden. Selbst wenn dein Vierbeiner eigentlich daran gewöhnt ist, mit dir auf Fahrradtour zu gehen, solltest du diese Aktivitäten lieber erst mal verschieben.

Ernährung

Futter

Hast du im Sommer nicht auch häufiger Lust auf kleinere Portionen und gönnst dir im Winter dafür etwas mehr? Deinem Hund geht es da ähnlich! Verkleinere seine Portionen, damit ihn die Verdauung bei der Hitze nicht überanstrengt.

Wasser

An brütend heißen „Hundetagen“ solltest du deinem Hund mehr Wasser als üblich anbieten. Checke regelmäßig seinen Napf und fülle ihn gegebenenfalls wieder auf. Du musst jedoch keinesfalls zu Eiswasser greifen – ganz im Gegenteil! Eiskaltes Wasser auf Körpertemperatur zu bringen entzieht dem Körper Energie und die braucht er schließlich mehr als sonst.

Pflege

Fell

Das Fell deines Hundes benötigt im Sommer bei hohen Temperaturen eine Extraportion Pflege. Zunächst einmal ist es eine gute Idee, häufiger zu kämmen. Dadurch dünnst du es auf natürliche Weise etwas aus, was sich positiv auf die Hitzeregulierung auswirken kann. 

Außerdem belüftet das Kämmen gleichzeitig die Haut. Selbstverständlich könnt ihr aber auch einen Hundesalon aufsuchen. Dort kann das Fell professionell ausgedünnt oder eben auch kürzer geschnitten werden.

Erfrischen

Hier kommt es darauf an, was dein Hund mitmacht und nicht als störend empfindet. Die eine Möglichkeit ist, ihn vorsichtig mit Wasser zu übergießen oder mit dem Gartenschlauch nass zu spritzen. Da das aber nicht jeder mag, kannst du es auch mit der softeren Variante versuchen. Hierbei sprühst du einen feinen Wassernebel aus einer Sprühflasche auf das Fell.

In jedem Fall ist es wichtig, das Wasser danach richtig ins Fell zu reiben, damit es nicht einfach wieder abperlt und ohne nennenswerte Auswirkung zu Boden tropft. Wenn das Wasser verdunstet, entsteht ein schöner Kühlungseffekt, den der Mensch selbst durch die Absonderung von Schweiß herbeiführen kann. Da sie dazu nicht in der Lage sind, hecheln Hunde stattdessen.

Noch zwei allgemeine Hinweise

Nasse Tücher als Unterlage sind nur bedingt geeignet, um den Hund abzukühlen. 

Das liegt daran, dass sich das Tuch mit der Zeit erwärmt und das Tier dann nicht mehr nur in einer warmen, sondern nun auch in einer feuchten Umgebung liegt und das ist nicht gut. Wenn du trotzdem mit einer nassen Unterlage arbeiten willst, dann achte darauf, sie regelmäßig zu wechseln oder greife lieber auf eine kühlende Hundematte zurück.

Ja, auch Hunde können einen Sonnenbrand bekommen. 

Davon sind besonders haarlose Rassen wie der Peruanische Nackthunde aber auch insgesamt Rassen mit hellem Fell betroffen. Deshalb ist es ratsam, die empfindliche Haut um die Nase und an den Ohren oder sogar den ganzen Körper mit geeigneter Sonnencreme zu schützen.

Was tun im Notfall?

Hund im Auto - Akuter Hitzschlag droht!

Du hast vielleicht schon mal von diesen traurigen Fällen gehört, in denen Hunde im Auto eingesperrt waren, weil das Herrchen oder Frauchen „nur kurz“ allein in den Supermarkt gehen wollten und der Hund es leider nicht überlebt hat. Viele unterschätzen es, wie schnell die Temperatur im Auto steigen kann. Auch ein leicht geöffnetes Fenster ändert daran nichts. Darum darfst du deinen Hund NIEMALS allein im Auto lassen. Egal, wie schnell du glaubst zu sein.

Deinem Hund geht es nicht gut

Der schlimmste Fall ist eingetreten und deinem Hund geht es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen deutlich schlecht. Diese Erste-Hilfe-Maßnahmen solltest du jetzt umgehend ergreifen:

  1. Bringe ihn sofort in den Schatten.
  2. Kühle seinen Körper mit Wasser, z.B. mit einem nassen Tuch.
  3. Biete ihm kühles, aber nicht eiskaltes Wasser zum Trinken an.
  4. Ab zum Tierarzt! Selbst wenn es deinem Vierbeiner wieder besser zu gehen scheint, ist ein Besuch beim Facharzt unabdingbar. Der Zustand kann sich jederzeit wieder ändern und der Schwächeanfall könnte Folgen nach sich ziehen, die du als Nicht-Experte leider nicht abschätzen kannst.

Fazit

Auch wenn Hunde in vielen Situationen instinktiv richtig handeln, um sich selbst zu helfen, sind sie doch dringend auf unsere Hilfe angewiesen. Wie du gelernt hast, bringen viele Tipps auch uns Menschen Linderung in heftigen Hitze-Zeiten. 

Ausreichend Wasser, Erfrischungen, Schatten und ausreichend Ruhe sind nicht nur sehr günstige, sondern auch sehr einfache Maßnahmen, die du für das Wohl deines Hundes ergreifen und umsetzen kannst. Mit diesen Tipps bist du für die nächsten Rekord-Temperaturen gewappnet. Der Sommer kann kommen!

Beitrag teilen
Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on telegram