Getreide - gut oder schlecht für Hunde?

Eine gesunde Ernährung ist der Schlüssel zur Gesundheit. Das wird immer mehr Menschen klar und so informieren sich immer mehr über gesunde und ungesunde Nahrungsmittel. Getreide ist eines dieser Lebensmittel, die seit einigen Jahren genauer unter die Lupe genommen wurde, und mittlerweile wird es zumindest in Teilen oft kritisch gesehen. Das gilt besonders für Hunde und ihr Hundefutter. Ist Getreide für Hunde schlecht?

Getreide - gut oder schlecht für Hunde!?

Denn wie wir wissen, stammt der Hund vom Wolf ab und ist somit eigentlich ein reiner Fleischfresser (Karnivoren). Getreide habe somit nichts im Hundefutter zu suchen. Eine Argumentation vieler, die Getreide für ihre Vierbeiner ablehnen. Besonder Hersteller von Hundefutter bewerben die getreidefreien Futtersorten als besonders gesund und verträglich. Doch ist das wirklich so? Wir klären es!

Inhalt: Getreide - gut oder schlecht für Hunde?

Was ist Getreide überhaupt?

Um der Sache auf den Grund zu gehen, sollten wir uns erst einmal bewusst machen, dass es verschieden Arten von Getreide gibt. Sie haben Vor- und Nachteile. Allem gemein ist jedoch, dass sie eine energiereiche Proteinquelle bieten.

Die bekanntesten Getreidesorten sind:

Der Vorteil von Getreide

Der klare Vorteil von Getreide ist auch der Grund, warum wir Menschen es schon seit Jahrhunderten zu Lebensmittel verarbeiten:  Es enthält viele Nährstoffe wie Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate und Vitamine. Durch den Anbau von Getreide und die damit verbundene Sesshaftigkeit konnte unsere moderne Gesellschaft erst entstehen.

Der Nachteil von Getreide

Gluten ist der Bestandteil einiger Getreidesorten, der für den schlechten Ruf sorgt. Schon seit einigen Jahren sind glutenfreie Produkte in Supermärkten keine Seltenheit mehr und auch das Futterangebot für Hunde folgt diesem Trend. Denn es ist unumstritten, dass Gluten nicht nur für manche Menschen, sondern auch für einige Hunde unverträglich ist. Diese Unverträglichkeit von Gluten wird auch Zöliakie genannt.

Folgende Getreidesorten enthalten Gluten:

Getreide ohne Gluten:

Vertragen Hunde Getreide?

Gluten ist jedoch nur ein Punkt, weshalb Getreide bei manch Hundefreund nicht sehr beliebt ist. Es ist die Annahme, dass Hunde, die bekanntlich vom Wolf abstammen, allesamt reine Fleischfresser sind, also Karnivoren sind. Nun muss man wissen, dass selbst Wölfe in ihrer natürlichen Lebensform selbst ebenfalls Pflanzliches zu sich nahmen, spätestens mit dem Mageninhalt der erlegten Jagd-Beute. Zwar waren diese Pflanzen schon vorverdaut, doch an der Tatsache, dass Wölfe nicht nur reines Fleisch gefressen haben, lässt sich nicht rütteln. 

Und bei unseren Hunden ist die Sache sowieso noch einmal anders.

Schon seit vielen Hundert Jahren leben Hunde mit den Menschen zusammen und im Laufe dieser Zeit wurden unsere liebsten Vierbeiner allmählich zu Allesfressern – den sogenannten Omnivoren, wozu auch wir Menschen zählen. 

Hunde brauchen also mehr als eine einseitige Ernährung aus Fleisch. Ganz im Gegenteil kann das sogar ungesund sein, ausschließlich Fleisch zu füttern. Es ist wichtig, dass er stattdessen eine ausgewogene Ernährung erhält, und dazu kann auch Getreide zählen, aber auch Gemüse wie Kartoffeln oder Karotten.

Doch wie mit den meisten Dingen im Leben ist es auch beim Hundefutter. Die Dosis macht das Gift. Billige Hundefutter sind daher oft nicht geeignet, da die Hersteller viel zu viel Getreide beimischen, da es günstiger als andere Zutaten ist.

Tipp: Hersteller geben nicht immer die genauen Mengenzusammensetzung ihres Hundefutters an, doch ist Getreide recht weit vorne in der Aufzählung, kann davon ausgegangen werden, dass es zu den Hauptbestandteilen gehört. Hiervon sollte abgeraten werden.

Wirklich problematisch wird Getreide beim Hund jedoch erst, wenn es Allergien beim Hund auslöst. Das kann einige unangenehme Folgen haben, wie Fell- und Hautveränderungen oder Magen-Darm-Beschwerden. Auch übermäßig viel Kot kann eine Folge sein.

Diese Probleme können auch nach Jahren unvermittelt auftauchen, nachdem der Hund (oder der Mensch) lange Zeit keinerlei Schwierigkeiten mit Getreide hatten.

In jedem Fall ist eine allergische Reaktion ein Grund, den Tierarzt auf zu suchen, wegen der Allergie, aber natürlich können auch andere Kinderkrankheiten für die Symptome sorgen.

Ob Hunde Getreide gut verdauen können, liegt auch an der herstellungsweise, die der Hersteller für sein Hundefutter verwendet. Trockenfutter beispielsweise wird nach klassischen Herstellungsverfahren bis zu 100 Grad erhitzt. Dadurch wird das Getreide bzw. die Stärke “aufgeschlossen” und Hunde können es besser verwerten und verdauen. 

Kaltgepresste Trockenfutter erhält durch geringere Temperaturen zwar mehr Nährstoffe und Vitamine, doch gerade das schwer zu verdauende Getreide wird dabei nicht “aufgeschlossen”. 

Ähnliches gilt für Nassfutter, das Getreide enthält.

Es spricht als erst mal nichts gegen Getreide im Hundefutter, zumal es auch den Geldbeutel schont. Denn eine reine Fleischfütterung kann schon ziemlich teuer werden. Wichtig ist, den Hund und seine Reaktion auf das Futter immer im Auge zu behalten und gegebenenfalls zu reagieren.

Getreidefreies Hundefutter

Natürlich kann, wer will, gleich von Beginn auf Getreide verzichten und stattdessen mehr Gemüse und auch Obst verfüttern. Doch die grundsätzliche Meinung, Getreide sei per se ungesund, stimmt so nicht.

Doch es stimmt auch, dass Hunde eine Glutenunverträglichkeit entwickeln können. Zudem gibt es viele verschiedene Hunderassen, wovon einige deutlich Ursprünglicher und näher am Wolf sind als andere. Auch das kann ein Entscheidungskriterium sein, ob Getreide beim Hund sinnvoll ist. Getreidefreies Hundefutter wird daher sehr häufig von Herstellern angeboten.

Die Vor- und Nachteile:

Vorteile von getreidefreiem Hundefutter:

  • Glutenintoleranz und Allergien sind unwahrscheinlich
  • Magen schonend
  • gut für sensible Hunde
  • für Ausschlussdiät geeignet

Nachteile von getreidefreiem Hundefutter:

  • Pflanzliche Nährstoffe fehlen
  • Nährstoffe müssen unter Umständen ergänzt werden

Hunde mit Allergie

Wenn es bereits so weit ist, dass der geliebte Vierbeiner eine allergische Reaktion auf das Hundefutter der Wahl zeigt, kann getreidefreies Futter auch zu einer Ausschlussdiät genutzt werden. Je weniger Bestandteile das Hundefutter hat, desto besser lässt sich nachverfolgen, was sie auslöst. Bleibt eine Reaktion aus, werden weitere Zutaten hinzugegeben und beobachtet, bis eine entsprechende Allergie erkannt ist.

Diese kann übrigens auch von anderen Zutaten kommen als vom Getreide. Beispielsweise vom verwendeten Fleisch.

Fazit

Abschließend kann man also nicht sagen, dass Hundefutter ohne Getreide grundsätzlich gesünder ist. Wie in den meisten Lebensbereichen ist auch hier ein Mittelweg für die meisten der beste und eine einfache Lösung ist nicht greifbar. Wichtig ist, dass nicht alle für den Menschen gültigen Regeln auch für Hunde gilt.

Getreidefreie Ernährung ist im Trend und das hat durchaus seine Berechtigung. Doch Hersteller von Hundefutter unterliegen wie die meisten Unternehmen einem gewissen Zwang. Die Umsätze müssen gesteigert, Kunden überzeugt werden und dafür werden immer neue Produkte entwickelt. Viele sind sinnvoll, doch die Marketing Kampagnen sind teilweise doch zu einseitig und wer hätte es gedacht, nicht immer objektiv. Es ist wichtig, gutes Hundefutter zu kaufen und sich damit auseinanderzusetzen, doch es muss nicht jeder Trend mitgemacht werden.

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