Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, als Hundebesitzer wenigstens ein mal damit konfrontiert zu werden, dass der liebste Vierbeiner Durchfall hat. Die Ursachen dafür sind vielfältig. In den meisten Fällen lässt sich der Durchfall in kurzer Zeit ohne den Gang zum Tierarzt antreten zu müssen wieder in den Griff kriegen.

Durchfall beim Hund

Dennoch sollte man diesen Zustand immer ernst nehmen und den Hund genau im Auge behalten, denn schnell kann die Situation kippen! In diesem Beitrag werden wir nicht nur mögliche Ursachen für Durchfall erklären, sondern dir auch ein paar Tipps an die Hand geben, wie du helfen kannst und wann es Zeit ist, den Arzt aufzusuchen.

Inhaltsverzeichnis

Mögliche Ursachen für Durchfall beim Hund

Durchfall ist wie auch beim Menschen eine Art von Verdauungsstörung. Der Grund dafür ist häufig harmlos und kann meist auf direkte Aktionen (zum Beispiel das Trinken aus einer Pfütze) oder Alltagsumstellungen (neues Futter oder Stress) zurückgeführt werden. Manchmal ist Durchfall bei Hunden allerdings auch ein Symptom, das auf eine ernste Erkrankung oder möglicherweise sogar eine Vergiftung hindeutet. In diesem Fall ist es natürlich absolut wichtig, sofort einen Tierarzt aufzusuchen!

Wenn du dir hingegen ziemlich sicher bist, dass der Zustand deiner Fellnase eine weniger dramatische Ursache hat, dann ist es in Ordnung den Hund zunächst für ein bis drei Tage selbst zu kurieren und – ganz wichtig! – dabei nicht aus den Augen zu lassen. Sollte sich keine Besserung des Zustands einstellen, ist es unumgänglich den professionellen Rat eines Arztes einzuholen!

  • diverse Erkrankungen, ausgelöst durch Zeckenbisse oder Bakterien/Pilze/Viren durch den Kontakt mit fremdem Tierkot
  • Probleme mit der Ernährung: Hund hat sich überfressen; verträgt keine Milchprodukte; hat andere Lebensmittelunverträglichkeiten; hat verdorbenes Futter gegessen, hat unsauberes Wasser aus Pfützen/Seen/Schnee zu sich genommen; schlingt beim Fressen; hat Unrat oder Müll gefressen
  • neue Lebensumstände/Stress/Überforderung
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Vergiftungen durch die versehentliche Aufnahme von Düngemittel auf Feldern oder durch das Fressen von Giftködern

Wann muss ich den Tierarzt aufsuchen?

  • Es ist im Zweifelsfall niemals verkehrt zum Tierarzt zu gehen, wenn man sich um sein Haustier begründete Sorgen macht! Solltest du dir sicher sein, dass eine Vergiftung vorliegt, gilt es keine Zeit zu verlieren!
  • Durchfall geht manchmal auch mit anderen unangenehmen Begleiterscheinungen wie Blähungen oder Bauchschmerzen einher. Häufen sich bei deinem Hund verschiedene Anzeichen des Unwohlseins, wirkt er abwesend, unruhig oder weigert er sich zu essen und zu trinken, dann ist der Gang zum Tierarzt ratsam.
  • Welpen und auch alte Hunde sind anfälliger in ihrer Gesundheit als kräftige erwachsene Tiere und können die Nebenwirkungen von Durchfall (wie den höheren Wasserverlust) schwerer wegstecken. Hier sollte man schon am ersten Tag den Tierarzt aufsuchen.
  • Blut im Kot, Erbrechen und/oder über 40 Grad Fieber sind ganz klare Anzeichen, dass etwas nicht stimmt. Sofort zum Arzt mit euch!
  • Dein Hund zeigt Anzeichen von starker Austrocknung. Das macht sich nicht nur durch den besonders wässrigen Durchfall und eine geringen Trinkbereitschaft bemerkbar, sondern auch durch klebrig trockene Mundschleimhäute. Wenn du dir unsicher bist kannst du außerdem folgenden Test machen: Nimm eine Hautfalte deines Vierbeiners in die Hand und zieh sie nach oben. Sinkt sie nur sehr langsam zurück, dann ist das ein Zeichen für Austrocknung.

Was kann ich tun? Wie kann ich helfen?

Wenn du als Grund für den Durchfall die oben genannten Ursachen oder Anzeichen zunächst einmal ausschließen kannst, solltest du dir nun überlegen, woran es liegen könnte. Kannst du dich daran erinnern, dass dein Hund beim spazieren gehen aus einer Pfütze getrunken hat? War neulich die Familie zu Besuch und hat deinen Liebling fleißig mit Essen vom Tisch versorgt? Habt ihr einen Wohnungsumzug hinter euch und lebt momentan in einer unruhigen Umgebung? Dann hast du ja bereits eine Ahnung an was es liegen könnte und kannst nun versuchen gegenzusteuern.

Ruhe, ausreichend Wasser trinken und 24 Stunden auf Nahrung zu verzichten, bringen schon nach einem Tag oft Besserung mit sich. Denk daran, auf weitere Veränderungen oder Verschlechterung des Zustands zu achten, um gegebenenfalls doch den Tierarzt einzuschalten! Sollte sich die Situation nach drei Tagen nicht ändern, müsst ihr unbedingt zum Arzt gehen.

Schonkost

Schonkost kannst du nach dem Fasten beziehungsweise den Fastentagen anstatt dem üblichen Futter reichen, um das Verdauungssystem zu entlasten und deinen Hund  langsam wieder fit zu kriegen. Im Zoofachgeschäft kannst du fertige Schonkost und Nahrungsergänzungsmittel kaufen. Wenn du Zeit und Lust hast, kannst du das Futter für die nächsten Tage aber auch selbst zubereiten! Als Faustregel kannst du dir folgendes merken:

  • keine Gewürze
  • keine Milchprodukte (Weil viele Hunde eh keine Laktose vertragen. Sollte deine Fellnase damit klar kommen, kannst du mit kleinen Mengen Hüttenkäse arbeiten)
  • keine schwer verdaulichen Zutaten (Du kannst das Essen gerne pürieren!)
  • das Futter sollte Zimmertemperatur haben
  • lieber viele kleine Portionen, als wenige große Mahlzeiten – das entlastet den Darm!

Beispiel 1

Einen Beutel Reis (sehr weich) kochen und mit einer geriebenen Möhre und einem kleinen Stück gedünsteten Seelachs mischen.

Beispiel 2

Einen Beutel Reis (sehr weich) kochen und mit einem kleinen Stück gekochten und gehackten Hühnerfleisch vermischen. Zwei bis drei Esslöffel Hüttenkäse können optional dazu gegeben werden.

Durchfall vorbeugen

Es gibt keine einhundert-prozentige Lösung, wie du Durchfall bei deinem Hund verhindern kannst. Du kannst aber dafür sorgen, dass dein Hund ein sehr gesundes Leben führt, was ihn unempfindlicher gegenüber Infekten und Krankheiten macht.

Eine ausgewogene, typgerechte Ernährung ist dabei ganz wichtig. Wasser sollte immer frisch und ausreichend vorhanden sein und Bewegung macht nicht nur deinem Hund Spaß, sondern sorgt auch für einen gesunden Körper. Vorsicht ist bei Müll am Straßenrand oder auch im eigenen Haushalt geboten! Du solltest immer darüber informiert sein, was dein Vierbeiner so zu sich nimmt und, wenn nötig, rechtzeitig eingreifen.

Fazit

Durchfall beim Hund wird mit Sicherheit mehr als einmal vorkommen und wenn es passiert, solltest du nicht in Panik verfallen. Wenn es ganz plötzlich passiert und es deine Fellnase nicht verhindern kann, dass sie sich im Wohnzimmer entleert, solltest du dieses Verhalten natürlich nicht bestrafen. Häufig weißt du, was der Grund für den Durchfall ist und kannst sofort mit Fasten, Schonkost und Ruhe dagegen wirken. Da es sich aber auch um ein Symptom von Krankheiten oder das Ergebnis einer Vergiftung handeln kann, solltest du den Durchfall schon Ernst nehmen. Wenn sich auch nach drei Tagen keine Besserung einstellt, er noch ein Welpe ist oder es deinem Hund merklich schlechter geht, dann musst du das auf jeden Fall von einem Tierarzt abchecken lassen.

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